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Energie

Energiekonzept Hammersbach

Informationen über Strom, Wärme, Verkehr und Energiesparen      

Wie viel Energie braucht ein Hammersbacher?

 

Liebe Leserinnen und Leser, das Energieteam Hammersbach informiert Sie über viele Themen rund um unsere Energieversorgung und gibt Anregungen / Beispiele,wie wir sparsamer und effizienter mit Energie umgehen können.Machen sie mit und testen sie unsere Anregungen.Rückmeldungen und neue Ideen sind uns willkommen.Kontakt: Fr. Nadine Küllmer, Tel. 06185-180021; email: n.kuellmer@hammersbach.de

 

Nun, zunächst einmal haben die Hammersbacher Bürger mit viel Energie das neue Jahr angepackt. Aber sie benötigen auch eine Menge Energie. Beim Thema Energie denkt man zunächst an seine Stromrechnung, die haarklein den Verbrauch in kWh (Kilowattstunden) auflistet. Im Durchschnitt sind es 2200 kWh Strom je Einwohner und Jahr gewesen, wie das Energieteam ermittelt hat. Dabei sind unsere Gewerbebetriebe noch nicht berücksichtigt, die ca. 1250 kWh, umgelegt je Einwohner verbrauchen. Zum Vergleich: um einen Liter Wasser von Leitungstemperatur unter normalem Druck zum Kochen zu bringen, benötigt man etwa 0,1 kWh Energie.

Aber auch für die Beheizung unserer Wohnungen und für unsere Mobilität brauchen wir Energie. Der Wärmebedarf ist mit ca. 8700 kWh je Hammersbacher sogar mehr als doppelt so groß wie der Strombedarf. Aus diesem Grunde ist es wichtig, den eigenen Wärmeenergieverbrauch besonders gut im Auge zu behalten, zu reduzieren und umweltgerecht zu gestalten. Es wurden ja an dieser Stelle schon viele Hinweise dazu gegeben. Z.B.:ist die Heizung noch zeitgemäß, sind einige Räume nicht überheizt?

Gerade hier auf dem Land brauchen wir das eigene Auto, um zur Arbeitsstelle zu kommen, oder auch für unsere Freizeitaktivitäten. Meinen wir. Diese Mobilität erfordert immerhin rund 30% unseres „Energiepakets“: durchschnittlich 5200 kWh je Einwohner. Dabei ist der Faktor Flug- oder Busurlaub noch nicht berücksichtigt: z.B. würde 1x Shopping in New York (12000 km à 4 l/100km/Passagier) für 2 Personen bereits etwa den gleichen Energiebedarf wie der Jahresverbrauch des Familienautos erfordern.

Aber neben diesen Bereichen darf auch der Sektor Nahrung nicht vergessen werden: Nahrung ist und gibt Energie. Der Tagesbedarf eines Menschen liegt bei ca. 3 kWh (=2600 kcal=10900 kJ), also 1100 kWh pro Hammersbacher im Jahr. Zur Erzeugung der Nahrung muss allerdings deutlich mehr Energie aufgewendet werden. Beispiel: „Die Produktion von einem Kilogramm Rindfleisch –etwa eine Tagesration -- belastet das Klima so stark wie 250 Kilometer Autofahrt“ (36 kg CO2, entsprechend 15 l Benzin bzw. 150 kWh), berichtet der Spiegel.

Wie steht der Hammersbacher mit seinem Energieverbrauch da in Deutschland? Nicht nennenswert anders als der Rest der Deutschen. Lt. Umweltbundesamt wird in Deutschland (Haushalte + Industrie etc.) rund die Hälfte der Endenergie als Prozess- und Raumwärme verbraucht, etwa ein Drittel als Kraftstoff und ein Fünftel als elektrischer Strom. Zwar erreichen erneuerbare Energien in 2014 erfreulicherweise einen Anteil von ca. 28% beim Strom, bzgl. des gesamten Endenergieverbrauchs sind es jedoch nur rund 12%! Kein Grund zum Ausruhen.

Wie stehen wir Deutschen im Vergleich zu Einwohnern anderer Länder da? Der Primärenergieverbraucheines Deutschen, in Tonnen Öl umgerechnet, beträgt 3,8t Öl (USA: 7,8 t), ein Afrikaner verbraucht hingegen durchschnittlich nur 0,4 t pro Jahr (Welt: 1,7 t/a).

Quintessenz: unser Energieverbrauch ist hoch. Zu hoch. Trotz einer erfreulichen Zunahme der erneuerbaren Energien im Stromsektor ist unser Verbrauch als Ursache der Klimaänderung und Luftverschmutzung bereits heute, erst recht in Zukunft untragbar. Wir müssen uns klarmachen, dass wir damit anderen Menschen auf unserem Planeten etwas wegnehmen, was man auch durch Kompensationszahlungen und Almosen nicht reparieren kann. Deshalb möchten wir dazu aufrufen, dass „der Hammersbacher“ (jeder) seinen Energiebedarf kritisch hinterfragt und seinen Beitrag zum Umweltschutz leistet. Das geht auch in kleinen Schritten und mit wenig Komfortverlust!

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