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Erfolge der Naturlandstiftung bei der Biotopvernetzung

13-05-2019 15:51

„Wir blicken auf eine erfolgreiche Naturschutzarbeit 2018 zurück“. Mit dieser Feststellung eröffnete der Vorsitzende der Naturlandstiftung im Main-Kinzig-Kreis, Bürgermeister Michael Göllner, die Mitgliederversammlung der Naturschutzorganisation im Bürgertreff Kassel in Biebergemünd. „Wir haben es im vergangenen Jahr erneut geschafft, unser aus rund 200 Flächen bestehendes Biotopnetz zu erhalten und weiterzuentwickeln“.

Bis auf den letzten Platz war der Bürgertreff in Biebergemünd gefüllt und die Mitglieder hörten gespannt dem Rechenschaftsbericht des Vorsitzenden zu. Göllner berichtete von der landesweiten Biodiversitätsstrategie, in die sich die Aktivitäten der Naturlandstiftung einbinden. 98 % aller Finanzmittel des Vereins konnten 2018 wieder in Naturschutzprojekte investiert werden. Dass dies nur durch den vorbildlichen ehrenamtlichen Einsatz der Aktiven ermöglicht werden konnte, stellte er dabei besonders heraus. Organisiert wurden Beweidung und Nachmahd der Magerrasen, Erhaltungsschnitte an Obstbäumen und Mäharbeiten auf den Feuchtwiesen, Sumpf- und Quellstellen. Die Pflegearbeiten selbst haben Landwirte übernommen, die hier wieder mit großem Fachverstand zum Erfolg beigetragen haben.

Im Einzelnen wurden die verschiedenen Lebensräume mit ihren seltenen Tier- und Pflanzenarten vorgestellt, in denen die Naturlandstiftung aktiv ist. Von der Pflege der Biotope konnten beispielsweise verschiedene Orchideenarten, Küchenschellen, Schlüsselblumen, Silberdisteln, Arnika und Trollblumen profitieren. Aber auch für die Insekten, Vögel und das Niederwild sind diese naturnahen Naturschutzflächen unverzichtbar. „Der Lebensraumverlust in der offenen Landschaft ist durch eine immer intensivere und großflächigere Bewirtschaftung der Flächen dramatisch. Einhegend damit der Verlust von Arten. Wir arbeiten daran noch vorhandene Refugien zu erhalten und weiter zu entwickeln. Dafür wenden wir viel Zeit und Engere auf. Das alles machen wir ehrenamtlich und in Zusammenarbeit mit den anderen Akteure, wie der Landwirtschaft und den Jägern.“

Besonders beeindruckt zeigte sich Göllner auch von den Pflegearbeiten im Bereich der Heiden in Burgjoß, die von den ehrenamtlich Aktiven in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Jossgrund durchgeführt wurden. Damit hat die Naturlandstiftung einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung und Förderung der Besenheide, Blume des Jahres 2019, geleistet.

Bei der Mitgliederversammlung konnte Michael Göllner auch die Ehrung für die 25-jährige Mitgliedschaft von Richard Pfahls aus Alsberg vornehmen.

Der Vorsitzende des Kreisjagdvereins Schlüchtern, Hans-Peter Fuß, nutze die Gelegenheit, das neue Jagd- und Naturschutzmobil vorzustellen. Damit soll zum Verständnis für die verschiedenen Naturräume mit ihren jeweiligen Tier- und Pflanzenarten im Main-Kinzig-Kreis bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen beigetragen werden.

Im Anschluss fand noch der Fachvortrag zum Thema „Lebensraum Heiden und Borstgrasrasen“ statt. Dr. Andreas Titze, Direktor und wissenschaftlicher Leiter des Botanischen Gartens der Universität Marburg, stellte dabei die besondere Bedeutung dieser artenreichen Grünlandgesellschaften in Hessen heraus und wies auf deren Gefährdung hin. Von ehemals umfangreichen Flächen sind heute nur noch wenige Reste erhalten, die es insbesondere auch im Main-Kinzig-Kreis zu erhalten und zu entwickeln gilt.

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